No-Code vs. Low-Code: Was passt zu Ihrem Unternehmen?
Ein umfassender Vergleich der beiden Ansätze zur Business-Automatisierung – mit klaren Entscheidungskriterien für mittelständische Unternehmen.

Lisa Hoffmann
Customer Success Manager

Die Begriffe "No-Code" und "Low-Code" sind in aller Munde. Doch was steckt wirklich dahinter – und welcher Ansatz ist der richtige für Ihr Unternehmen? In diesem Artikel räumen wir mit Mythen auf und geben Ihnen klare Entscheidungshilfen an die Hand.
Die Grundlagen: Was bedeuten diese Begriffe?
Bevor wir in den Vergleich einsteigen, klären wir die Definitionen:
No-Code
No-Code-Plattformen ermöglichen es, Anwendungen und Automatisierungen vollständig ohne Programmierung zu erstellen. Die Entwicklung erfolgt über visuelle Oberflächen mit Drag-and-Drop-Elementen.
Typische Nutzer: Fachabteilungen, "Citizen Developer", Business Analysten
Low-Code
Low-Code-Plattformen bieten ebenfalls visuelle Entwicklungswerkzeuge, erlauben aber zusätzlich das Einfügen von Code für komplexere Anforderungen oder individuelle Anpassungen.
Typische Nutzer: IT-Teams, Entwickler, technisch versierte Fachanwender
No-Code ist wie ein Baukasten mit fertigen Teilen. Low-Code ist wie ein Baukasten, bei dem Sie auch eigene Teile hinzufügen können.
Der Vergleich: Stärken und Grenzen
Implementierungsgeschwindigkeit
No-Code glänzt bei der Geschwindigkeit. Einfache Workflows können innerhalb von Minuten erstellt werden. Keine Wartezeit auf IT-Ressourcen, kein Deployment-Prozess.
Low-Code benötigt mehr Zeit für die initiale Einrichtung, bietet aber schnellere Entwicklung als traditionelle Programmierung – typischerweise 5-10x schneller.
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit
Hier zeigt sich der größte Unterschied:
| Aspekt | No-Code | Low-Code | |--------|---------|----------| | Standardprozesse | Exzellent | Gut | | Individuelle Logik | Begrenzt | Flexibel | | System-Integrationen | Vorkonfiguriert | Individuell erweiterbar | | UI-Anpassung | Template-basiert | Vollständig anpassbar |
Low-Code hat hier die Nase vorn, wenn Sie spezifische Anforderungen haben, die von Standardlösungen nicht abgedeckt werden.
Kosten und Ressourcen
Initiale Kosten
No-Code: Niedriger Einstieg, oft Abo-basiert. Low-Code: Höhere Anfangsinvestition, aber mehr Kontrolle.
Betriebskosten
No-Code: Vorhersehbar durch Abo-Modell. Low-Code: Variabel je nach Entwicklungsaufwand.
Personalkosten
No-Code: Fachanwender können selbst entwickeln. Low-Code: Benötigt technisches Know-how.
Skalierbarkeit
No-Code-Grenzen:
- Komplexe Berechnungen
- Hochvolumige Datenverarbeitung
- Tiefe System-Integrationen
- Enterprise-weite Anwendungen
Low-Code-Stärken:
- Unbegrenzte Komplexität möglich
- Optimierbare Performance
- Nahtlose Enterprise-Integration
- Governance und Compliance-Kontrolle
Wann passt was? Ein Entscheidungsbaum
Wählen Sie No-Code, wenn:
- Zeit kritisch ist – Sie brauchen eine Lösung in Tagen, nicht Monaten
- Der Prozess standardisiert ist – Es gibt keine exotischen Anforderungen
- Keine IT-Ressourcen verfügbar sind – Die Fachabteilung muss selbst handeln können
- Das Budget begrenzt ist – Keine großen Investitionen möglich
- Agilität wichtig ist – Prozesse ändern sich häufig
- Formular-Workflows (Urlaubsanträge, Spesenabrechnungen)
- Einfache Datensammlungen und Berichte
- Interne Kommunikationstools
- Aufgaben- und Projektmanagement
- Marketing-Automatisierung
Wählen Sie Low-Code, wenn:
- Komplexe Geschäftslogik – Viele Regeln, Ausnahmen, Berechnungen
- Legacy-Integration nötig – Anbindung an ältere Systeme ohne APIs
- Skalierung absehbar – Die Lösung muss wachsen können
- Compliance wichtig ist – Strenge Anforderungen an Audit-Trail und Governance
- IT-Kapazität vorhanden – Es gibt Entwickler, die die Plattform betreuen können
- Enterprise-Anwendungen mit komplexer Logik
- Kundenportale mit individuellen Anforderungen
- Branchen-spezifische Lösungen
- Datenintensive Anwendungen
- Multi-System-Orchestrierung
Der Hybrid-Ansatz: Das Beste aus beiden Welten
Immer mehr Unternehmen erkennen, dass die Frage nicht "entweder oder" sein muss. Der intelligente Ansatz kombiniert beide Welten:
Stufe 1: No-Code für Quick Wins Starten Sie mit No-Code für schnelle Automatisierungen in den Fachabteilungen. Dies schafft sofortigen Mehrwert und baut Akzeptanz auf.
Stufe 2: Low-Code für Komplexität Wenn Prozesse komplexer werden oder Enterprise-weite Anwendungen entstehen sollen, übernimmt die IT mit Low-Code-Tools.
Stufe 3: Integration beider Welten Die besten Plattformen ermöglichen nahtlose Übergänge: Ein No-Code-Workflow kann bei Bedarf um Low-Code-Komponenten erweitert werden.
ZenFlow ist genau so konzipiert: Einstieg ohne Code, Erweiterung mit Code, wenn nötig.
Fallstudie: Mittelständler implementiert beide Ansätze
Müller Maschinenbau GmbH
250 Mitarbeiter, produzierendes Gewerbe
Die Herausforderung: Das Unternehmen wollte seine Prozesse digitalisieren, hatte aber keine große IT-Abteilung.
Die Lösung:
Phase 1: No-Code (Monat 1-2)
Die Personalabteilung erstellte selbstständig Workflows für Urlaubsanträge, Krankmeldungen und Onboarding-Checklisten. Kein IT-Involvement nötig.
Phase 2: No-Code + Integrationen (Monat 3-4)
Der Vertrieb automatisierte die Angebotserstellung mit Anbindung an das bestehende ERP-System über vorkonfigurierte Konnektoren.
Phase 3: Low-Code Erweiterung (Monat 5-6)
Für die komplexe Produktionsplanung entwickelte ein externer Partner mit Low-Code eine maßgeschneiderte Lösung, die nahtlos mit den bestehenden No-Code-Workflows interagiert.
Das Ergebnis:
Mehr zu diesem Projekt: Kundenstory Müller Maschinenbau
Die Zukunft: Verschmelzung der Ansätze
Die Grenzen zwischen No-Code und Low-Code verschwimmen zunehmend. Moderne Plattformen bieten:
- KI-gestützte Code-Generierung: Beschreiben Sie, was Sie wollen – die KI schreibt den Code
- Natürlichsprachliche Interfaces: "Erstelle einen Workflow, der..." statt manueller Konfiguration
- Automatische Optimierung: Die Plattform erkennt Engpässe und schlägt Verbesserungen vor
Mit ZenFlow kombinieren wir die Einfachheit von No-Code mit der Flexibilität von Low-Code. Starten Sie visuell, erweitern Sie bei Bedarf mit Code – alles in einer Plattform.
Ihre Entscheidungs-Checkliste
Beantworten Sie diese Fragen, um die richtige Wahl zu treffen:
-
Wer wird die Lösung erstellen und warten?
- Fachabteilung → No-Code
- IT-Team → Low-Code
-
Wie komplex ist die Geschäftslogik?
- Standard-Prozesse → No-Code
- Viele Sonderfälle → Low-Code
-
Wie kritisch ist Time-to-Value?
- Sehr dringend → No-Code
- Qualität vor Geschwindigkeit → Low-Code
-
Welche Integrationen werden benötigt?
- Standard-APIs (Salesforce, SAP, etc.) → No-Code
- Legacy-Systeme, Custom-APIs → Low-Code
-
Wie wird sich die Anforderung entwickeln?
- Bleibt überschaubar → No-Code
- Wächst wahrscheinlich → Low-Code
Fazit
Es gibt keine universelle Antwort auf die Frage "No-Code oder Low-Code?". Die richtige Wahl hängt von Ihren spezifischen Anforderungen, Ressourcen und Zielen ab.
Unser Rat: Starten Sie mit No-Code für schnelle Erfolge und bauen Sie von dort aus. Wenn die Komplexität steigt, können Sie jederzeit auf Low-Code erweitern – idealerweise auf einer Plattform, die beides unterstützt.
Sie sind unsicher, welcher Ansatz für Ihr Projekt der richtige ist? Kontaktieren Sie unsere Experten für eine kostenlose Beratung. Wir analysieren Ihre Anforderungen und empfehlen die passende Strategie.
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